The Big Picture: Agenda für die Energiewende 2030 vorgelegt

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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14. Juni 2017

Wie kann Deutschland sein Klimaschutzziel für 2030 erreichen, dabei die Versorgungssicherheit mit Energie wahren und gleichzeitig dafür sorgen, dass Energie sowohl für Verbraucher als auch die Industrie bezahlbar bleibt? Diesen Fragen ist der politische Think Tank Agora Energiewende in einer Studie mit dem Titel „Energiewende 2030 – The Big Picture“ nachgegangen und legt darin Vorschläge vor, wie das Gemeinschaftswerk „Energiewende“ gleichzeitig Klimaschutz, ökonomischen Erfolg und Versorgungssicherheit gewährleisten kann. Die Studie wird morgen (15.6.2017) in Berlin vorgestellt.

Das rund 80-seitige Papier beschreibt die sieben zentralen Energie-Megatrends, die jegliche Energiepolitik beachten muss, definiert ein Zielsystem für 2030, diskutiert die zentralen Strategien und Kosten-Nutzen-Abwägungen auf dem Weg dahin und schlägt zehn konkrete Agenda-Punkte für die weitere Gestaltung der Energiewende vor – so etwa die Empfehlung für ein Energiewenderahmengesetz, mit dem die Energiewende erstmals auf ein umfassendes legislatives Fundament gestellt würde.

Zunächst wird der Weg skizziert, wie es Deutschland bis zum Jahr 2030 gelingt, dass die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent sinken. Konkret bedeutet das laut Agora Energiewende, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch auf 30 Prozent (heute: 13 %) und am Stromverbrauch auf 60 Prozent (heute: 32 %) steigen müsste. Die Nutzung von Kohle und Erdöl müsste sich im Vergleich zu heute halbieren, der Erdgasverbrauch müsste um 20 Prozent und der Energieverbrauch insgesamt um 30 Prozent sinken.

Um diese Ziele zu erreichen, haben die Experten von Agora einen Zehn-Punkte-Forderungskatalog erstellt. Zentral ist dabei das Thema „Energieeffizienz“. Unter dem Leitprinzip Efficiency First soll jede Planung und Investition bei Strom, Wärme und Verkehr zunächst daraufhin überprüft werden, ob nicht Energieeffizienz die kostengünstigste Lösung ist. Zudem schlagen die Autoren vor, Sparziele für Wärme, Strom und Verkehr gesetzlich festzuschreiben – und fünf Milliarden Euro pro Jahr in Steuervergünstigungen und Förderprogramme zu investieren.

Die zehn Punkte Agenda für die Energiewende 2030 aus der Studie „The Big Picture“ von Agora Energiewende.

So soll der Energieverbrauch im Verkehr um 30 Prozent sinken, indem mehr Güter auf der Schiene transportiert werden, der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut wird und die immer effizienteren Motoren endlich auch zu sparsameren Autos führen. Zudem sollen bis 2030 zehn bis zwölf Millionen Elektroautos unterwegs sein. Derzeit sind es nur rund 34 000 – allerdings immerhin rund fünfmal mehr als noch 2013. Auch der Wärmeverbrauch von Gebäuden soll weiter fallen, indem mehr saniert wird und alte Ölheizungen ausgetauscht werden.

Außerdem fordern die Autoren verlässlichere gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa, eine Steuerreform, die etwa die Bevorzugung von Heizöl oder Diesel beendet und eine flächendeckende Digitalisierung, die das Stromnetz flexibler macht.

Die Studie können Sie in unserer Energiebibliothek herunterladen.

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