Redakteurin Christiane Schatzmann (EnBW Energie Baden-Württemberg AG)

12.09.2017

Studie: Elektromobilität bringt Klimavorteile

Elektromobilität hat bereits heute eine vorteilhaftere Klimabilanz als konventionelle Fahrzeuge, obwohl der heutige Strommix nur zu gut 30 Prozent aus erneuerbaren und noch zu knapp 70 Prozent aus fossilen Energieträgern sowie Kernenergie besteht. Wenn in der Zukunft noch deutlich mehr Elektromobile statt Benzin- und Dieselfahrzeuge auf den Straßen fahren und es einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung gibt, wird auch die Klimavorteile weiter ansteigen: Im Jahr 2030 würden jeder Tonne CO2, die für die Nutzung eines Elektrofahrzeugs erzeugt werden müssen, zwei im Verkehr eingesparte Tonnen CO2 gegenüberstehen – dies ist das Ergebnis einer Studie des Öko-Instituts, welche im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) angefertigt wurde. In der Untersuchung mit dem Titel „Wissenschaftliches Analyse- und Dialogvorhaben zur Sicherstellung des Klimavorteils von Elektromobilität“ hat das Ökoinstitut in den Jahren 2014 bis 2017 die Wechselwirkungen zwischen Elektromobilität und Stromerzeugung analysiert. Neben Modellanalysen der Stromerzeugung bis 2030 wurde der Einfluss der E-Mobilität auf das Verteilnetz ausgewertet.

EEG als entscheidendes Instrument

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass dabei das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) das entscheidende Instrument für das Ansteigen des Klimavorteils der Elektrofahrzeuge sei, da dieses regelt, dass die Stromerzeugungskapazitäten durch Sonne, Wind und Wasser bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent steigen sollen. Steige die Stromnachfrage – etwa durch eine steigende Nachfrage durch Elektrofahrzeuge – müsse mehr erneuerbarer Strom im Rahmen des EEG erzeugt werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Dabei sei es im Rahmen des EEG zunächst unerheblich, wer den erneuerbaren Strom produziere. Wichtig sei aber, dass sich die Elektrofahrzeug-Nutzer über die EEG-Umlage an den Kosten beteiligen. Nur dann können sie sich die gestiegene erneuerbare Stromerzeugung zurechnen.

Gleichzeitig empfehlen die Wissenschaftler der Bundesregierung, die Ausschreibungsmenge für Ökostrom nach oben zu setzen und etwaige freiwillige Ausbaumaßnahmen nicht auf die nationalen Ausbauziele anzurechnen. Nur so könne die Elektromobilität einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als heute.

Klimavorteile dank Elektromobilität

Veränderungen in der Stromerzeugung aufgrund der Einführung der Elektromobilität (Grenzbetrachtung für das Jahr 2030); Quelle: Berechnungen des Öko-Instituts

Klimaschutzumlage auf Benzin- und Dieselkraftstoffe

Außerdem regen die Autoren der Studie an, eine Umlage auf Benzin- und Dieselkraftstoffe zu prüfen. Die Nutzer von Elektrofahrzeugen würden sich bereits über die EEG-Umlage des Fahrstroms am weiteren Ausbau der Erneuerbaren beteiligen und damit zur Glaubwürdigkeit der Elektromobilität als Klimaschutzmaßnahme beitragen. Mit einer Umlage auf konventionelle Kraftstoffe würden auch Fahrer von Benzin- und Dieselfahrzeugen dann ebenfalls einen Beitrag für die Mobilität der Zukunft leisten.

Die Studie können Sie in unserer Energiebibliothek herunterladen.