Moderator Hubertus Grass

10.10.2014

Was machen die anderen Energieblogs? Heute: Saving-Volt

Elektromobilität ist die Spezialität von Daniel Bönnighausen. Mit Saving-Volt betreibt er einen der Energieblogs, die sich alternativen Antriebstechnologien verschrieben haben. Aktuelle Themen rund um die Erneuerbaren Energien, Stromanbieter und Politik runden das Angebot seines Blogs ab.

Initiator und Autor des Blogs ist Daniel Bönnighausen, der sich auch bei den Energiebloggern engagiert und beim letzten barcamp des Netzwerkes den Teilnehmenden Probefahrten mit einem Elektro-Pkw anbot. Wir fragten ihn nach seiner Motivation und der Umsetzung der Energiewende.

DEZ: Was hat Sie motiviert, einen Energiewendeblog zu betreiben, und was hält die Motivation lebendig?
Bönnighausen: Im Sommer 2007 habe ich eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik begonnen und recht früh im Kundendienst viele Erfahrungen sammeln können. Mir fiel dabei auf, dass Energiethemen häufig für Laien zu komplex erklärt werden. Gleichzeitig kommt eine Verunsicherung durch eine gezielte Meinungslenkung der großen Medien hinzu. Für mich stand daher fest, dass hier Aufklärungsbedarf besteht, die Energiewende unterstützt werden muss und zusätzlich Themen so aufbereitet werden müssen, dass diese wirklich von jedem verstanden werden können. Es ist für mich ein Stück „Passion“ über Energiethemen zu schreiben und bei der Durchführung der Energiewende einen kleinen Beitrag leisten zu können. Bloggen ist für mich eine Leidenschaft und, wenn zusätzlich im privaten Umfeld die Wahrnehmung eines „Experten“ dazu kommt, dann ist dies ein durchaus gutes Gefühl. Die Elektromobilität und andere alternative Antriebstechnologien habe ich dabei in den Fokus genommen und als Teil der Energieblogger wird man als Ansprechpartner zu diesem Thema wahrgenommen. Durch dieses positive Feedback wird die Motivation am Leben gehalten.

saving-volt

DEZ: Wie beurteilen Sie den Stand der Energiewende und die Diskussion im Netz? Bönnighausen: Die Energiewende geht leider nur sehr schleppend voran. Dies wird durch die gerade erst veröffentlichten neuen Regelungen vom Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sowie die Befreiung tausender Unternehmen von der EEG-Umlage. Hinzu kommen Faktoren wie die Infrastruktur unserer Netze für die Übertragung der Energie, die sehr mau sind und teilweise dafür sorgen, dass beispielsweise Windkraftwerke zwar gebaut, aber nicht ans Netz angeschlossen werden können.
Ich möchte aber hier gar nicht zu sehr in Details gehen und etliche Beispiele aufzählen. Ein Gesamtblick auf den Stand und die Diskussion im Netz ist schnell getroffen. Ein schleppendes Vorantreiben der Energiewende, eine Ausbremsung durch den Staat und eine falsche Meinungsmache durch große Medien, die für eine Spaltung der Gemüter sorgt und somit eine negative Betrachtungsweise auf erneuerbare Energien hervorruft.

DEZ: Welche politischen, wissenschaftlichen oder technischen Innovationen werden den DanielBoennighausen-grossDurchbruch für eine erneuerbare Energieversorgung bringen?
Bönnighausen: Eine technische Innovation besteht schon seit sehr langer Zeit und das ist in meinen Augen die Batterie. Im kleinen Rahmen ist es möglich, Energie langfristig zu speichern und elektronische Geräte damit zu betreiben. Jetzt erst kommt der Durchbruch im großen Stil. Erneuerbare Energie wie Sonne ist nur im Laufe des Tages verfügbar, verbrauchen wir diese nicht, speisen wir sie ins Netz ein.
Aber diese Energie für den Eigenverbrauch zu speichern und bei Bedarf abrufen zu können, das ist für mich eine „Innovation“ , die nun noch bezahlbar werden muss. Ich möchte nicht über Zukunftstechnologien sprechen, die den Durchbruch der erneuerbaren Energieversorgung bringen werden. Der Durchbruch ist schon längst geschaffen, wir müssen jetzt daran arbeiten, die verschiedenen Arten der Energieerzeugung mit der Speicherung und dem Verbrauch in Einklang zu bekommen.

DEZ: Wann wird es in Deutschland bei Strom, Wärme und Verkehr soweit sein?
Bönnighausen: Innerhalb der kommenden fünf Jahre schaffen wir hier einen „gesunden“ Mix, der Strom, Wärme und den Verkehr regeln wird. Wir werden es dann schaffen, all diese ganzen Technologien miteinander verschmelzen zu können. Dazu sind wir heute schon in der Lage, aber dabei handelt es sich um „Insellösungen“, von denen ich nicht gerade viel halte.

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