Gastautor Frank Urbansky

10.01.2018

Energiepolitischer Ausblick 2018: Frank Urbansky von EnWiPo

Das Jahr 2018 begann energiepolitisch mit einem Paukenschlag: In den Sondierungen von CDU, CSU und SPD wurde einvernehmlich das klimapolitische Ziel für 2020 gekippt. Die Parteien, die diese Minderungsmarke auf den Weg gebracht hatten und die seither die Energiepolitik (unter kurzfristiger Mit-Einflussnahme der FDP) bestimmen, bekennen damit offen: Wir haben versagt. Bei unserem energiepolitischen Ausblick auf 2018 spielt dieses Ereignis jedoch keine Rolle. Wir haben bereits im letzten Jahr einige Energieblogger gebeten, uns ihre persönliche Sicht auf 2018 zu verraten. Alle erhielten die gleichen drei Fragen. Energiepolitischer Ausblick 2018: Wir werden die kurzen Interviews zu einem Schwerpunkt zusammen binden und freuen uns, wenn die Leserinnen und Leser ihre Erwartungen und Wünsche in den Kommentaren ergänzen. Gern auch mal als Leserbeitrag.

Debattenabend: Energiepolitischer Ausblick

Energiepolitischer Ausblick: Das ist auch das traditionelle Thema eines jeden ersten Debattenabends der Stiftung Energie & Klimaschutz im neuen Jahr. Er findet am 7. Februar 2018 in Stuttgart statt. Wie immer haben wir einige Plätze bei dieser Veranstaltung für die Leserinnen und Leser des Blogs reserviert. Ablauf und Diskutanten bei dieser Veranstaltung werden wir zeitnah veröffentlichen.

So können Sie teilnehmen: Bitte melden Sie Ihre Teilnahme bis spätestens Montag, 29. Januar per Mail an: energieundklimaschutzBW@enbw.com

Frank Urbansky von EnWiPo

Jetzt aber zu unserem ersten Interview. Frank Urbansky ist freier Journalist und Fachautor. Seine Schwerpunktthemen drehen sich alle um das Thema Energie und reichen von der Heizungstechnik über Erneuerbare Energien, energetisch sinnvolles Bauen bis hin zu Digitalisierungsstrategien für mehr Effizienz. Er betreibt den tagesaktuellen Blog www.enwipo.de und schreibt regelmäßig unter anderem für die Fachzeitschriften Brennstoffspiegel, Energie&Management, IKZ, Immobilienwirtschaft, SBZ, tab, Deutsche Wohnungswirtschaft. Er ist Mitglied des Netzwerks der Energieblogger.

DEZ-Blog: Was erwartest Du energiepolitisch von 2018?

Frank Urbansky: Ehrlich gesagt – nichts. Ich hab mir im Vorfeld der Bundestagswahl alle Wahlprogramme angeschaut. Wo die Euphorie für eine Jamaika-Koalition herkam, ist mir vollkommen schleierhaft. Denn FDP und Grüne schlossen sich da diametral aus. Gegensätzlicher geht es kaum. Eine mögliche Große Koalition würde Stillstand und Rückschritt der letzten Jahre von Merkels dritter Amtszeit in Bezug auf Erneuerbare Energien fortschreiben. Der einzige Lichtblick war da noch das Ausschreibungsmodell, und das soll schon was heißen. Und eine Minderheitsregierung wird keinesfalls die Kraft haben, große, energiepolitische Themen anzupacken. Denn die gehen nunmal einher mit einer Belastung für alle. Wer will da schon zustimmen, zumal, wenn er in der Opposition sitzt?

 Was sollte eine neue Bundesregierung als erstes anpacken?

Tja, wie schon gesagt, die Kraft wird dazu keiner haben, aber ein gerechtes Steuersystem im Energiebereich wäre nötig. Strom muss entlastet werden. Ob das mit einem Streichen der Stromsteuer gelingt, die ja volkswirtschaftlich sinnlos geworden ist, keinerlei Lenkungsfunktion hat und nur dem Finanzminister das Säckel füllt, oder zu Lasten der fossilen Kraft- und Brennstoffe via Umlage oder CO2-Bepreisung geht, muss man diskutieren. Es wird wohl nicht ohne letzteres gehen. Aber wer will das stemmen?

Kommt der Durchbruch für Redox-Flox-Batterien?

 Welche Innovationen aus Forschung und Technik werden in 2018 eine Rolle spielen?

Energiepolitischer Ausblick 2018

Redox-Flox-Batterie. Bild von RedFlow ZBM Module. Auf das Bild klicken, um zum Original zu gelangen.

In der Speichertechnik kommt hoffentlich der Durchbruch für polymere Redox-Flow-Batterien. Auch Keramikspeicher lassen sich vielversprechend an. Zudem rechne ich durch die Digitalisierung mit vielen, sehr intelligenten Anwendungen, mit der sich die Energieeffizienz einfach steigern lässt. Nur ein Beispiel: In einem intelligent vernetzten Haus entsteht genug Abwärme, die mittels einfacher Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher gut eingefangen werden könnte.

Angesteuert werden sie mittes einfacher Signale, die wiederum mit Meßdaten von Außen- und Innenklima gefüttert werden. So etwas massenhaft in der Wohnungswirtschaft eingesetzt würde einen riesigen Effizienzschub geben.