Gastautor Kurt Sigl (Bundesverband eMobilität)

21.07.2014

Keine Energiewende ohne Mobilitätswende

Der Verkehrssektor in Deutschland hat einen Anteil am Endenergieverbrauch von etwa 30 Prozent. Auch der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß ist mit circa 20 Prozent erheblich. Berücksichtigt man zudem die seit Jahren steigende Verkehrsleistung, so machen die Zahlen deutlich: Energie- und Mobilitätswende müssen gemeinsam gedacht und angepackt werden.

Entscheidend für eine ambitionierte Mobilitätswende als integraler Teil der Energiewende sind folgende Punkte:

  • Der Verkehrssektor muss viel stärker als bisher im Sinne einer ganzheitlichen Lösung in die Energiewende mit einbezogen werden. Es ist dringend erforderlich, dass die Themen Elektromobilität und Bauen viel stärker als bisher miteinander verknüpft werden.
  • Ein geschlossenes, engagiertes Auftreten aller an der Energie- und Mobilitätswende beteiligten Ministerien. Leider beobachten wir in der politischen Praxis, dass häufig streng nach Zuständigkeit der Ministerien wichtige Teil-Aspekte der Mobilitätswende ausgeblendet werden oder Kompetenzgerangel sachdienliche Lösungen verzögert oder gar verhindert.Beleuchtung
  • Fördermittel für Elektromobilitäts-Projekte müssen wieder aus dem Bundeshaushalt kommen. Die Finanzierung aus dem Energie- und Klimafonds funktioniert ganz offenkundig nicht. Bereits bewilligte Förderprojekte im Bereich Elektromobilität warten zum Teil seit Monaten auf die Freigabe von Fördergeldern. Die daraus resultierende, fehlende Planungs- und Finanzsicherheit stellt insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen vor große Probleme und bremst Innovation.
  • Beim Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge werden den beteiligten Unternehmen unzählige Steine in den Weg gelegt. Häufig mangelt es an klaren Zuständigkeiten und Regelungen. Ein Bürokratieabbau im Sinne kürzer Entscheidungswege ist dringend notwendig.
  • Eine öffentliche Beschaffungsinitiative, die Bund, Länder und Kommunen bei der Umstellung ihrer Fuhrparks auf saubere Antriebe unterstützt. Die öffentliche Hand schafft auf diese Weise einen wichtigen Absatzmarkt für alternative Antriebe, über den sich wichtige Skaleneffekte realisieren lassen und trägt außerdem zum Erreichen der nationalen Klimaschutzziele bei.

EnBW_Ladestation_car2goKleinDie Pläne zur Verabschiedung eines Elektromobilitätsgesetzes sind grundsätzlich begrüßenswert und ein Schritt in die richtige Richtung. Nach einer langen Phase des Beinahe-Stillstands im Bereich Elektromobilität drängen wir nun nachdrücklich auf eine schnelle Umsetzung der Pläne, damit den vielfachen Ankündigungen auch endlich sichtbare Taten folgen. Nur durch eine ambitionierte Energie- und Mobilitätswende können wir gewährleisten, den starken Wirtschaftsstandort Deutschland für die Zukunft erfolgreich aufzustellen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren.

 

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Redaktionelle Hinweise:
Elektromobilitäts-Infografik
Der Internetauftritt des BEM, Bundesverbandes eMobilität e.V.
Hintergrund zum geplanten Elektromobilitätsgesetz

Kurt Sigl vom BEM eröffnet mit diesem Beitrag unsere Reihe zum Schwerpunkt Elekotromobilität. Interessante Debattenbeiträge zur Mobilitätswende veröffentlichen wir gerne. Schreiben Sie uns.

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Elektromobilität als Teil der Energiewende
Bisher erschienen:

E-Mobilität im ländlichen Raum, Alexander Bonde (Minister f. ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
Zusammen wird ein Schuh draus, Hermann Albers (Bundesverband WindEnergie)
Elektromobilität trifft erneuerbare Energien, Kai (EnBW)
Der lange Weg zur Normalität, Dirk Bischoff (EnBW Energie Baden-Württemberg AG)
Infografik E-Mobility, Jacek (EnBW)
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