Studie: Strom-Versorgungssicherheit kann in Deutschland und seinen Nachbarländern gewährleistet werden

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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08. Juni 2015
Versorungssicherheit,

Die Strom-Versorgungssicherheit kann in Deutschland und seinen Nachbarländern bis 2025 gewährleistet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Beratungsunternehmen Consentec und R2B Energy Consulting im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstellt haben.

In einer Vielzahl europäischer Länder wird zurzeit das zukünftige Design des Strommarkts Versorungssicherheit,debattiert. Ausgangspunkt ist die Frage, ob Versorgungssicherheit am Strommarkt – also die Möglichkeit zum Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage – auch künftig in ausreichendem Umfang durch das bestehende Marktdesign gewährleistet werden kann oder ob ggf. grundlegende Anpassungen am Marktdesign erforderlich sind. Auch in Deutschland kann Versorgungssicherheit nur länderübergreifend betrachtet und bewertet werden, weil das deutsche Stromnetz eng mit den Netzen der Nachbarstaaten verbunden ist, der Strom im europäischen Strommarkt grenzüberschreitend gehandelt wird und im europäischen Verbundsystem erhebliche Ausgleichseffekte bestehen.

Mit Blick auf die Etablierung des europäischen Binnenmarktes für Strom war also das zentrale Ziel der Untersuchung, die Relevanz des länderübergreifenden Stromaustauschs sowie die Notwendigkeit des länderübergreifenden Monitorings für die Versorgungssicherheit darzustellen. Dazu entwickelten die Autoren der Studie eine eigene Monitoringmethodik, die insbesondere die Ausgleicheffekte bei den Erneuerbaren Energien, Last und Kraftwerksverfügbarkeiten sowie den Einfluss der verfügbaren Grenzkuppelkapazitäten berücksichtigt. Das Monitoring wurde dann auf ein konkretes Entwicklungsszenario des konventionellen Kraftwerksparks, der erneuerbaren Energien sowie der Nachfrage in Mitteleuropa angewendet.

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland und seinen räumlichen und elektrischen Nachbarländern Last und Erzeugung bis zum Jahr 2025 durchweg mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von nahezu 100 % jederzeit ausgeglichen werden können. Zudem nutze der länderübergreifende Stromaustausch allen beteiligten Ländern, so die Gutachter: Insbesondere durch Portfolio- bzw. Ausgleichseffekte bei erneuerbaren Energien, Last und Kraftwerksverfügbarkeiten, deren Erschließung und Ausnutzung ein zentrales Ziel des europäischen Binnenmarkts ist, kann Versorgungssicherheit zu geringeren Kosten und damit effizienter erreicht werden. Die durchgeführten Analysen zeigten zum Beispiel, dass für eine Region aus Deutschland und seinen räumlichen und „elektrischen“ Nachbarländern die zeitgleiche residuale Höchstlast (also die nach Abzug der EE-Erzeugung noch vom konventionellen Kraftwerkspark zu deckende Last) für alle im Rahmen dieser Analyse betrachteten Wetterjahre mindestens um 10 GW in 2015 und mindestens um 20 GW in 2025 niedriger ist als die Summe der nationalen residualen Höchstlasten. Zusätzlich würden sich Ausgleichseffekte bei konventionellen Kraftwerksausfällen ergeben. In der Praxis könnten diese Ausgleichseffekte – insb. mit Blick auf Versorgungssicherheitsfragen – im Umfang der verfügbaren grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten genutzt werden. Für eine sichere Stromversorgung muss jederzeit ausreichend Kraftwerksleistung zur Verfügung stehen, um die Stromnachfrage – unter Berücksichtigung nutzbarer Lastmanagement-Potentiale – zu decken, so das Ergebnis der Studie.

Die gesamte Studie können Sie in unserer Energiebibliothek oder hier herunterladen.

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  1. Windmüller

    vor 9 Jahren

    Die Untersuchung lässt aufhorchen. Vor Fukushima wusste das FDP Brüderle zu berichten, dass die Lichter ausgehen, wenn auch nur ein KKW abgeschaltet wird. Nach Fukushima wollte man den Untergang des Abendlandes herbeireden. Nun scheint es ja so zu laufen, dass man die Energiewende mit Vernunft und konstruktiv umsetzen kann.

    Na also - geht doch !

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